Die Gesundheit der Prostata spielt eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden vieler Männer, insbesondere ab dem mittleren Lebensalter. Eine der häufigsten Veränderungen ist die gutartige Prostatavergrößerung, auch benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt. Obwohl sie nicht krebsartig ist, kann sie spürbare Auswirkungen auf Lebensqualität, Sexualität und Potenz haben.
Dieser Beitrag erklärt, wie die Prostata funktioniert, warum es im Alter zur Vergrößerung kommt und wodurch sexuelle Probleme entstehen können.
Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung?
Die Prostata ist eine walnussgroße Drüse, die unterhalb der Blase liegt und die Harnröhre umschließt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Bestandteile der Samenflüssigkeit zu produzieren.
Mit zunehmendem Alter verändert sich das Gewebe der Prostata. Bei vielen Männern beginnt sie ab etwa dem 40. Lebensjahr langsam zu wachsen. Dieses Wachstum ist in den meisten Fällen gutartig, kann jedoch Beschwerden verursachen, wenn die Prostata Druck auf die Harnröhre ausübt oder den Blasenfluss blockiert.
Warum kommt es zur Vergrößerung der Prostata?
Die Ursachen sind vielfältig, aber drei Faktoren spielen eine zentrale Rolle:
- Hormonelle Veränderungen
Mit dem Alter verschiebt sich das Verhältnis von Testosteron zu Östrogen. Auch die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) nimmt zu und kann das Prostatagewebe zum Wachsen anregen. - Alterungsprozesse
Die Zellen der Prostata durchlaufen mit der Zeit Umbauprozesse, die zu einer Vergrößerung führen können. - Genetik und Lebensstil
Vererbung, Ernährung, Übergewicht und chronische Entzündungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung
Typische Beschwerden betreffen vor allem den Harnfluss:
- Häufiger Harndrang
- Verlängerte oder erschwerte Blasenentleerung
- Schwacher Harnstrahl
- Nächtliches Aufstehen zum Wasserlassen
- Gefühl der unvollständigen Entleerung
Doch was viele Männer nicht wissen: Eine vergrößerte Prostata kann auch die Sexualfunktion beeinträchtigen.
Wie eine Prostatavergrößerung Sexualität und Potenz beeinflusst
1. Verminderte Erektion oder erektile Dysfunktion
Wenn die Prostata wächst, kann dies die normale Funktion der umliegenden Nerven und Blutgefäße beeinträchtigen. Diese Strukturen sind jedoch entscheidend für die Fähigkeit, eine Erektion aufzubauen und zu halten.
Darüber hinaus können chronische Entzündungen oder Spannungen im Beckenbodenbereich die Nervenempfindlichkeit verändern.
2. Schmerzen oder Unbehagen beim Samenerguss
Eine vergrößerte Prostata kann den Weg der Samenflüssigkeit beeinträchtigen. Einige Männer berichten von:
- Brennen oder Schmerzen beim Samenerguss
- Verringertem Ejakulationsvolumen
- Verzögertem oder abgeschwächtem Orgasmus
Diese Beschwerden können das sexuelle Erleben nachhaltig beeinflussen.
3. Rückbildung oder Veränderung der Libido
Harnprobleme, nächtliches Aufstehen, Schmerzen oder chronische Beschwerden können Stress verursachen. Stress wiederum kann zu einem niedrigeren Testosteronspiegel und geringerem sexuellem Interesse führen.
Auch die psychische Belastung durch körperliche Veränderungen spielt eine Rolle.
4. Nebenwirkungen von Medikamenten
Zur Behandlung einer Prostatavergrößerung werden häufig bestimmte Medikamente eingesetzt. Einige davon können die Sexualfunktion beeinflussen:
- Alpha-Blocker können Ejakulationsstörungen verursachen
- 5-Alpha-Reduktasehemmer können Libido und Erektionsfähigkeit beeinträchtigen
Nicht alle Männer reagieren gleich, doch es ist ein wichtiger Punkt, der mit dem Arzt besprochen werden sollte.
Wie Männer Sexualität und Potenz trotz Prostataproblemen erhalten können
1. Lebensstil optimieren
Bewegung, gesunde Ernährung, Gewichtskontrolle und Stressabbau können Entzündungen reduzieren und die Hormonbalance stabilisieren.
2. Gespräche mit dem Arzt
Erektionsstörungen oder Schmerzen sind kein Tabuthema. Eine differenzierte medizinische Untersuchung kann klären, ob die Ursache hormonell, neurologisch, vaskulär oder prostatabedingt ist.
3. Alternativen in der medikamentösen Therapie prüfen
Es gibt verschiedene Medikamentenklassen, die unterschiedlich auf Sexualfunktion wirken. Oft kann eine Anpassung helfen.
4. Beckenbodentraining
Gezielte Übungen können Spannungen reduzieren, die Blasenfunktion verbessern und die Nervenversorgung des Beckenbereichs stabilisieren.
5. Behandlung von Testosteronmangel
Wenn ein medizinisch relevanter Hormonmangel vorliegt, kann eine ärztlich überwachte Therapie helfen. Dies sollte jedoch nie eigenmächtig erfolgen.
Fazit
Eine gutartige Prostatavergrößerung ist zwar weit verbreitet, doch sie kann deutlich auf Sexualität und Potenz einwirken. Viele Männer leiden unter den Symptomen, sprechen aber nicht darüber. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Entscheidend ist, frühzeitig zu handeln: Beschwerden beobachten, ärztlich abklären lassen und aktiv Maßnahmen ergreifen. Eine stabile Hormonbalance, ein gesunder Lebensstil und die richtige medizinische Behandlung können Sexualfunktion und Wohlbefinden deutlich unterstützen.

